Rundschreiben Landratsamt über Struktur der Zusammenarbeit mit den Helferkreisen

Dieter Finkhäuser on 05 Apr 2017

Aktuelle Entwicklungen im Bereich „Asyl“ und Integration – Struktur der Zusammenar- beit –geplante Aktivitäten

DER LANDRAT DES  LANDKREISES EBERSBERG

Ebersberg, 30. März 2017

Sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter der Helferkreise,

wie bereits zu Jahresbeginn angekündigt, möchte ich mich mit einem Rundschreiben an die Helferkreise im Landkreis wenden. Das Schreiben hat sich nun bis heute verzögert, weil wir abwarten wollten, bis die Stelle der Ehrenamtskoordination endlich wieder besetzt ist.

Zwar hat sich im Landkreis Ebersberg der große Ansturm an schutzsuchenden Menschen der vergangenen zwei Jahre erst einmal gelegt. Dies bedeutet aber nicht, dass unsere gemeinsame Aufgabe der Unterbringung und Integration dieser geflüchteten Menschen kleiner würde oder gar erledigt sei. Vielmehr gilt es nun, die Entspannung in der Zahl der Zuweisungen zu nutzen, um die nötigen Abläufe und weiteren Schritte zu planen und notwendige Maßnahmen umzuset- zen. Nur so kann ein dauerhaftes gedeihliches Zusammenleben und eine erfolgreiche Integrati- on gelingen.

Wir haben sicher auch in der Zusammenarbeit zwischen hauptamtlicher Behörde und ehren- amtlichen Helferkreisen teilweise zwei nicht ganz einfache Jahre hinter uns. Der Aufwuchs der Asylbewerberzahlen auf über 1.800 Schutzsuchende bis Ostern 2016 hat uns alle stark heraus- gefordert, keiner konnte sich auf diese Entwicklung etwa in Ruhe oder geordnet vorbereiten.

Meine Mitarbeiter im Landratsamt haben auch in einem nicht ganz einfachen Personalaufwuchs einen großen Kraftakt vollbracht, ebenso wie Sie alle in den Helferkreisen, ohne die wir diese Herausforderung nicht hätten stemmen können. Dafür gilt Ihnen allen mein und unser aufrichti- ges Dankeschön!

Mit diesem Schreiben möchte ich Sie als ehrenamtliche Helferinnen und Helfer über die damit zusammenhängenden neuesten Entwicklungen und Planungen im Bereich Asyl des Landrats- amtes im laufenden Jahr 2017 informieren.

1.Ehrenamtskoordination

Die Stelle der Ehrenamtskoordination konnten wir mittlerweile – endlich - wieder besetzen. In einem ersten Ausschreibungsverfahren hat uns die einzig geeignete Bewerberin wegen einer anderen Stelle in ihrer Heimat leider abgesagt. Herr Alexander Feldmann wird nun als Nach- folger von Frau Breimeier-Heilmann ab dem 01.04.2017 diese Position ausfüllen und die Ab- stimmung zwischen den Helferkreisen und dem Landratsamt übernehmen.

Herr Feldmann wird sich in den Helferkreisen zunächst per E-Mail und anschließend persön- lich vorstellen sowie seine Kontaktdaten bekannt geben. Diese können dann auch der Web- seite des Landratsamtes Ebersberg entnommen werden.

Die vordringlichen Aufgaben des Ehrenamtskoordinators werden die Verbesserung der Kommunikation und des Informationsaustausches mit den Helferkreisen, die Ausarbeitung eines Leitfadens zur Klärung zwischen haupt- und ehrenamtlichen Aufgaben, die Bedarfsab- frage bei den Helferkreisen sowie die Annahme und Koordination von aktuellen Anliegen, Beschwerden und Problemen umfassen.

2.Neuordnung der Rufbereitschaft

Da es in der Vergangenheit immer wieder zu (oft technischen) Schwierigkeiten in unseren Asylbewerberunterkünften kam, insbesondere dort, wo sehr viele Menschen zusammen un- tergebracht sind, möchte ich die bestehenden Abläufe bei technischen und nichttechnischen Notfällen in Erinnerung rufen und anschließend die Einführung einer speziellen Rufbereit- schaft ankündigen.

Hierzu möchte ich zunächst einen Auszug aus dem Protokoll des Helferkreistreffens vom 09.06.2016 erwähnen, dort wurde zum Thema Notrufe folgendes festgehalten:

„Notrufnummer für Notfälle aller Art (auch technische Probleme), speziell Wochenende und Feiertage: Für Notrufe (im Sinne der Definition der Blaulichtorganisation) sind sowohl bei der Polizei als auch Rettungsleitstelle Nummern [von Landratsamtsmitarbeitern] hinterlegt. Ggfls. können auch seitens der Helferkreise z.B. Notdienst Strom gerufen werden. Hier muss ein sensibler Umgang erfolgen (z.B. kompletter Stromausfall: „Was unternehme ich in meinem privaten Haushalt“). Evtl. entstandene Kosten können wir dem Helferkreis erstatten.“

a) Technische Notfälle

Wir haben nun mit unserer Security-Firma „Munich Security Services GmbH“ eine Ruf- bereitschaft (Wochenende und nachts) eingerichtet, die Sie ab 01.04.2017 unter der Te- lefonnummer 089 2885 2609 erreichen können. Entsprechende Aushänge mit Rufnum- mer und Bereitschaftszeiten werden zeitnah in den Unterkünften angebracht. Die Rufbe- reitschaft wird für technische Notfälle, die nicht auf die Dienstzeiten des Landratsamtes warten können, außerhalb der Dienstzeiten des Landratsamtes durchgehend erreichbar sein. Außerhalb dieser definierten Zeiten können Schadensmeldungen wie gewohnt te- lefonisch oder über das Funktionspostfach asyl(at)lra-ebe(dot)de gemeldet werden.

Die neu eingerichtete Bereitschaftsnummer ist insbesondere für die Behebung gravie- render und akuter technischer Notfälle zu erreichen und zu alarmieren. In diesem Zu- sammenhang wird ein Katalog erarbeitet, in dem geregelt sein wird, was hierunter zu verstehen ist.

Nachdem über diese neue Rufbereitschaft eine technische Störung gemeldet wird, wer- den nach einem festgelegten Protokoll durch die Sicherheitsfirma die erforderlichen Maßnahmen getroffen. Diese reichen von der Verständigung eines technischen Not- dienstes oder von Polizei und Feuerwehr bis hin zum Erscheinen eines Sicherheitsmit- arbeiters bei der betroffenen Unterkunft.

b) Notfälle betreffend Personen (Erkrankungen, Brände, Kriminalität)

Bei allen anderen Notfällen (akut behandlungsbedürftige Erkrankungen, Brände, Strafta- ten etc.) sind die allgemein bekannten Notrufnummern von Polizei (110) und Rettungs- leitstelle (112) zu wählen, von denen dann auch unmittelbare Unterstützung erfolgt.

3.Zusammenarbeit im Bereich Arbeitserlaubnisse – Ausländeramt

Mir wurde von verschiedenen Seiten sehr positiv über die Zusammenkunft der Helferkreise mit meinen Mitarbeitern aus dem Ausländeramt und dem koordinierenden katholischen Kreisbildungswerk Mitte März berichtet, was mich sehr freut. Unserem Landratsamt wird von außen, u.a. IHK, Arbeitsagentur Ebersberg und insbesondere der Leiterin der Agentur Frei- sing, Karin Weber (zuständig für die Landkreise Dachau, Ebersberg, Erding, Freising) bestä- tigt, dass wir im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten hier sehr flexibel und liberal bzw. auch einzelfallorientiert entscheiden.

4.Neue Herausforderung Familiennachzug

Nachdem sich nun der erste Ansturm an geflüchteten Menschen gelegt hat, steht uns ge- meinsam die nächste große Aufgabe bevor, da die nun anerkannten Asylbewerber sukzessi- ve aus ihren Heimatländern ihre Familien zu sich nach Deutschland holen. Auch diese Men- schen müssen in unsere Gesellschaft integriert werden. Wichtig sind hier zwei Säulen: Un- terkunftsbeschaffung und sprachlich/kulturelle Integration

Diesbezüglich kann ich Ihnen mitteilen, dass für die Unterkunftssuche hier klar die Gemein- den zuständig sind und die Unterkunftssuche durch die Gemeinden nach einem gerechten Verteilsystem bewerkstelligt werden wird. Hierzu wurde in Abstimmung mit dem Landratsamt und unter dessen Beteiligung eigens ein Arbeitskreis der Bürgermeister gegründet, der an der Umsetzung eines Konzeptes arbeitet.

Für eine gelungene Integration dieser im Wege des Familiennachzugs zu uns gekommenen Menschen ist es aber ebenfalls erforderlich, ausreichende Kapazitäten für eine Migrationsbe- ratung zur Verfügung zu stellen. Die Ausgestaltung dieser Beratung koordiniert die Abteilung 2 (Soziales) des Landratsamtes in Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendamt (Abteilung 6) und der Caritas. Sobald hier ein tragfähiges Konzept vorliegt, werde ich Sie umfassend in- formieren. Wir wollen die Helferkreise hier gerne unterstützen.

5.Gemeinsamer Workshop zur weiteren Optimierung der Zusammenarbeit

Mir liegt sehr viel daran, dass die Zusammenarbeit zwischen Landratsamt und Helferkreisen

– die in vielen Bereichen auch bisher schon gut gelaufen ist - weiter optimiert wird. Aus die- sem Grund schlage ich einen moderierten Tagesworkshop vor, an dem insbesondere jeweils ein Vertreter von jedem Helferkreis und die zuständigen Mitarbeiter des Landratsamtes teil- nehmen. Zusammen mit dem neuen Ehrenamtskoordinator Alexander Feldmann werden wir Ihnen hierzu einen Vorschlag unterbreiten.

6.Dankeschönfest für die Helferkreise

Schließlich ist es mir wichtig, Ihnen als ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern noch einmal meinen ausdrücklichen Dank für Ihr außerordentliches Engagement in den letzten Jahren auszusprechen. Anlässlich dessen möchten wir voraussichtlich noch in der ersten Jahres- hälfte 2017 einen gemeinsamen Abend mit allen Helferkreisen veranstalten, an dem wir allen bisher in den Helferkreisen Mitwirkenden Dankeschön sagen wollen. Zu dieser Veranstaltung erhalten Sie frühzeitig entsprechende Informationen.

Sehr gerne können Sie dieses Schreiben an die Mitglieder Ihrer Helferkreise weiterleiten. Bis zu unserem nächsten Kontakt verbleibe ich

mit den besten Grüßen Ihr

Robert Niedergesäß Landrat

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